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Drappier

Champagne Drappier ist tief in Urville an der Côte des Bar verwurzelt. Bereits 1152 ließ Bernhard von Clairvaux hier einen Keller für die Zisterzienser errichten; 1808 begann François Drappier mit dem Weinbau und begründete die Geschichte des Familienguts. Einen entscheidenden Schritt wagte Georges Collot, der Großvater von Michel Drappier, Anfang der 1930er-Jahre: Gegen den damaligen Trend pflanzte der später augenzwinkernd "Père Pinot" genannte Winzer wieder Pinot Noir. Heute stellt die Rebsorte rund 70 Prozent der eigenen Rebflächen und prägt den unverwechselbaren Stil des Hauses. Mit Michel Drappier sowie Charline, Hugo und Antoine arbeitet inzwischen die achte Generation im Familienbetrieb.

Das Zentrum der Weinberge liegt rund um Urville im südlichen Teil der Champagne. Ein mächtiger Sockel aus Kimmeridge-Kalk des Oberjura, geologisch mit den berühmten Kalkformationen von Chablis verwandt, bildet die Grundlage für die mineralische Spannung der Champagner. Gerade Pinot Noir findet hier ideale Bedingungen und verbindet reife Frucht, Struktur und vinöse Fülle mit der charakteristischen Frische kalkreicher Böden. Drappier bewirtschaftet die Weinberge nachhaltig und teilweise zertifiziert ökologisch, verzichtet auf Herbizide und Insektizide und setzt unter anderem Begrünung, mechanische Bodenbearbeitung und Pferdearbeit ein. Zugleich bewahrt das Haus mit Arbanne, Petit Meslier, Blanc Vrai und Fromenteau historische Rebsorten der Champagne vor dem Verschwinden.

Auch im Keller folgt Drappier dem Prinzip möglichst geringer Eingriffe. Die Moste und Weine werden weitgehend durch Schwerkraft bewegt, um Pumpvorgänge und damit Oxidation zu vermeiden. Viele Cuvées bleiben ungefiltert und werden nicht entfärbt; Schwefel kommt nur sehr zurückhaltend zum Einsatz. Reserveweine und ausgewählte Partien reifen je nach Cuvée in unterschiedlichen Holzgebinden, während lange gereifte Dosageliköre zusätzliche Tiefe geben sollen, ohne die Weine schwer wirken zu lassen. Selbst vollständig schwefelfreie und undosierte Champagner gehören seit Jahren zum Portfolio.

Die Handschrift von Champagne Drappier lebt damit weniger von technischer Perfektion um ihrer selbst willen als von Authentizität, ausgeprägter Herkunft und vinösem Charakter. Pinot Noir liefert Kraft und Frucht, der Kimmeridge-Kalk Frische und Kontur, während niedrige Dosagen und eine zurückhaltende Kellerarbeit den jeweiligen Cuvées möglichst viel Eigenständigkeit lassen. Von der 1952 geschaffenen Carte d’Or bis zu den Brut-Nature- und Terroir-Cuvées bleibt diese Verbindung aus Tradition, Natürlichkeit und charaktervollem Pinot-Noir-Ausdruck das prägende Merkmal des Hauses.

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