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Collavini

Das Weingut Eugenio Collavini ist heute auf dem gräflichen Schloss in Corno di Rosazzo beheimatet. Was von dort aus wie sanfte Hügel aussieht, über und über mit Reben bestockt, sind tatsächlich schon die friulanischen Voralpen. Slowenien liegt nur wenige Kilometer entfernt. In dieser Grenzregion, die inmitten der Wechselfälle der Geschichte mal belebter Durchgangskorridor war, mal entlegene Sackgasse, gedeiht eine reichhaltige Mischung aus internationalen und einheimischen Rebsorten, die vom unkompliziertesten Alltagswein bis zum exzentrischen Kennerstoff alle nur denkbaren Geschmäcker bedient. Die von vielen Winzern auf der Welt beworbene Mischung aus Tradition und Innovation lebt sich hier vielleicht noch leichter als anderswo, oder sogar zwingender.

Collavini zumindest ist ein Musterbeispiel dafür, wie ein Weingut zu seiner Herkunft stehen kann und gleichzeitig mit der Zeit gehen. 1896 vom Urgroßvater der aktuellen Winzer gegründet, setzte man von Anfang an auf Qualität und versorgte schon bald die lokalen Honoratioren in Udine. Sein Sohn Giovanni führte den Besitz durch die Wirren beider Weltkriege, und dessen Sohn Manlio, der heute noch seinen drei Söhnen beratend zur Seite steht, stellte die Weichen für die Expansion des einst kleinen Hauses.

Das Portfolio setzt sich heute zu etwa 20% aus Rotweinen, zu 80% aus Weiß- und Schaumweinen zusammen. Collavini bewirtschaftet knapp 140 Hektar auf den Hügeln zwischen dem Firmensitz und dem weiter östlich gelegenen Gorizia, neben internationalen Sorten wie Chardonnay, Sauvignon blanc oder Merlot auch seit jeher mit Ribolla Gialla, Friulano, Refosco und vielen anderen mehr. Aus lokalen Sorten werden sowohl Guts- als auch Premiumweine gekeltert, und neben traditionellen Stilen sind die Collavinis immer auch zum Experiment bereit gewesen, etwa bei der Frage, welche Sorten abseits des Mainstreams zur Versektung geeignet sein könnten. Dabei setzt man auf modernste Technik, wo nötig. Mit ihrer Erfahrung, ihrem Ruhm und nach einem Jahrhundert engagierter Arbeit werden die Collavinis inzwischen selbst zu der lokalen Oberschicht gehören, die der Urgroßvater noch bediente.

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