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wein steiermark

wein steiermark

Nur wenig mehr als fünf Prozent der österreichischen Weinbaufläche entfallen auf die Steiermark im Süden des Landes. Von den ursprünglich 35 000 Hektar Rebfläche, die im  16. Jahrhundert hier kultiviert wurden, steht gerade noch ein Zehntel unter Reben. Dennoch gehören die Weine der „österreichischen Toskana", wie vor allem die Südsteiermark gern genannt wird, zumindest seit Mitte der 1980er Jahre zu den beliebtesten des Landes. Das liegt zum einen daran, dass die steirischen Winzer kaum in den Glykolskandal verwickelt waren, zum  anderen in ihrem frühzeitigen Gespür für die Verbraucherwünsche. Ihre Weine sind in der Regel trocken, leicht und fruchtig und kommen damit dem geänderten Geschmack in den 1990er Jahren entgegen.
Klimatisch gesehen liegt die Steiermark schon im Bereich mediterraner Einflüsse, aber die Höhenlage der Weinberge am Südrand der Alpen sorgt für milde Temperaturen. Nicht zufällig sind daher die Rebflächen zu einem Viertel mit Welschriesling, zu einem Sechstel mit Weißburgunder und Chardonnay und zu einem weiteren Fünftel mit dem Rest der weißen Sortenpalette  wie Müller-Thurgau, Sauvignon Blanc, Traminer, Muskateller oder Grauburgunder bestockt. Nur Zweigelt und der Blaue Wildbacher können sich gemeinsam auf etwa einem Viertel der Rebfläche behaupten, aber aus Letzterem wird hier kaum Rotwein, sondern fast ausschließlich Schilcher, der charakteristische steirische Rosé, gekeltert. Das renommierteste und von der Weinbaufläche her größte steirische Anbaugebiet ist die Südsteiermark an der Grenz zu Slowenien, wo sich die Rebkulturen noch aus k.u.k.-Zeiten fast nahtlos im Gebiet Maribors fortsetzen. Ein großer Teil der Weine hat das Recht, den spezifisch österreichischen  Titel Bergwein zu tragen, da er teilweise von Weinbergen mit Steillagen von mehr als 26 Prozent Hangneigung stammt.
Hier werden fast ausschließlich Weißweine gekeltert, und besonders der Welschriesling, andernorts nur als Massenträger angesehen, gerät zuweilen überaus facettenreich, fruchtig und rassig.
Daneben hat sich vor allem  in den letzten beiden Jahrzehnten der Sauvignon Blanc einen Namen gemacht. Im Stahltank oder Barrique ausgebaut, gelten steirische Sauvignons heute als härteste Konkurrenten für Weine der Neuen Welt, die oft nicht annähernd so viel Fruchtigkeit und Struktur aufbringen.

Neben dem Sauvignon pflegen die Winzer hier eine weitere internationale Sorte, die aber schon so lange in dieser Region ansässig ist, dass sie fast als steirische Spezialität gelten kann. Unter dem Namen Morillon wird in der Steiermark schon seit mehr als hundert Jahren Chardonnay kultiviert, der sich hier von seiner fruchtigsten, seiner anregendsten Seite zeigt und das genaue Gegenteil jener massiven, breiten oft buttrig wirkenden Chardonnays darstellt, wie sie heutzutage gewöhnlich aus Übersee importiert werden. Rund 1 000 Hektar  Weinbergfläche besitzt das zweite Anbaugebiet der Region, die Südoststeiermark, die sich östlich der Mur bis an die Grenze zum Burgenland zieht. Hier dominieren die weißen Sorten mir gut 90 Prozent der Flächen sogar deutlicher als in der Südsteiermark, wobei dem Welschriesling mit Traminer, Sauvignon Blanc, Weißburgunder und Müller-Thurgau eine ganze Palette leichter und fruchtbetonter Sorten folgt. Zwar gilt der Traminer als ausgesprochene Spezialität dieser Gegend, und zahlreiche Winzer haben in der Vergangenheit wiederholt versucht, ihn auf internationalem Parkett bekannt zu machen, aber die Konkurrenz aus dem Elsass, aus Deutschland und Südtirol ist wohl zu übermächtig, die eigenen Erntemengen sind zu gering, um damit wirklich Erfolg haben zu können.
Obwohl die Südoststeiermark auf ihrem kleinen Territorium gleich vier ausgewiesene Weinstraßen besitzt, lassen sich wahre Qualitätsbetriebe hier noch immer an zwei Händen abzählen. Während die Südsteiermark in den 1990er Jahren verstärkt auch auf internationalen Märkten in Erscheinung trat und sich mit ihren Weinen eine respektable Position ausbauen konnte, haben die Kollegen aus dem östlichen Landesteil dieser Entwicklung  bisher nicht folgen können. Dagegen wirkt der letzte, kleinste Teil der Steiermark, die nur gut 500 Hektar umfassende Weststeiermark, sehr viel aufgeschlossener. Von mindestens ebenso großem  landschaftlichen Reiz wie die südsteirische Weinstraße, genießt diese Gegend eine beinah einzigartige Sonderstellung. Im Gegensatz zum Rest der Region dominiert mit  dem Blauen Wildbacher eine rote Rebsorte, die rund 70 Prozent der Rebflächen belegt. Absatzsorgen kennt man in Weststeirischen kaum, denn die geringe Weinproduktion, die von den steilen Hängen um Deutschlandsberg, Stainz oder St. Stefan kommt, wird zum überwiegenden Teil von Wochenendurlaubern in den Heurigenlokalen der Weingüter selbst konsumiert.  

(entnommen aus dem vorzüglichen und umfangreichen Werk „Wein" vom André Dominé aus dem Jahre 2000, in Teilen zitiert)

Weine aus der Steiermark im edelrausch-online-weinshop:

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Sabathini ist eine leichte, frische Komposition von Erwin Sabathi, bestehend aus den regionstypischen Rebsorten Welschriesling und Sauvignon blanc…  

Tementino, Selection Alexander von Essen, Steiermark, Tement, Wein Österreich
Diese besonders frische Cuvée aus 25% Weißburgunder und 75% Sauvignon Blanc begeistert durch die animierende Frucht und Aromenvielfalt. Mit ihrer perfekt eingebundenen Säure und einem lang anhaltenden, rassigen Abgang ist sie ein herrlicher Begleiter zu Meeresfrüchten.  

Sauvignon Blanc Klassik, Steiermark, Erwin Sabathi, Wein Österreich
Ein rassig frischer Sauvignon blanc Sabathimit einer Nase von intensiven Holunder- und Stachelbeeraromen, wobei das Lesegut aus den verschiedensten Lagen der Südsteiermark stammt…