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wein portwein

wein portwein

Der Portwein oder einfach Port, o vinho do Porto, ist ein Wein, der nicht nach seiner Herkunftsregion benannt ist, sondern nach dem Hafen von dem er verschifft wird. Der Douro, das Anbaugebiet, beginnt 100 Kilometer flussaufwärts im Landesinnern und erstreckt sich etwa von Régua, dem ersten nennenswerten Städtchen, 100 Kilometer weiter ins Landesinnere bis zur spanischen Grenze.
Es ist die imposanteste, intensivste, wildeste Weinlandschaft der Welt, eine entlegene Gegend, wo der Esel und das Maultier immer noch die beste Hilfe leisten können und Trauben immer noch über ein, zwei Kilometer auf dem Rücken zu irgendeinem befahrbaren Weg getragen werden müssen. Noch heute wird so die Pionierleistung der ersten Weinbauern des Douro und der ersten Händler vorstellbar.
Betrachtet man jedoch die Zeugnisse aus vorgeschichtlicher Zeit, erhaltene Traubenkerne aus der Bronzezeit und verkohlte Weinreben in Grabstätten, erahnt man die durch zahlreiche lagares und Keller belegte intensive Ausdehnung des Weinbaus schon zu dieser Zeit. Während der römischen Besatzung muss im Douro schon Wein angebaut worden sein für den Export. Für den nackten Eigenkonsum lohnten die arbeitsintensiven Einsätze in dem rauen, wilden, steilen, schwer zu erschließenden Gelände aus Schiefer und Granit gewiss nicht immer.
Da Wein von jeher der große Landesschatz Portugals war, trug der Douro-Wein hauptsächlich dazu bei, dass Porto seinen auf der Welt einzigartigen Namen erhielt. Das Hafengespann Porto mit der gegenüberliegenden Stadt Vila Nova des Gaia, wo das Gros der Portweine noch heute in den Kellern am Nordhang reift, war immer schon durch die Dynamik ihres Handelns und der hier arbeitenden Menschen die tonangebende wirtschaftliche Schlagader der Region.

Wenn heute gesagt wird, dass Portugal die einzig Nation Europas ist, deren Namensstamm mit dem Namen eines berühmten Weines identisch ist, muss man ihn auf diesen Ursprung zurückführen. Alfonso Henrique, Graf von Portucale, hatte sich erstmals 1139 König von Portugal genannt und damit eine der ersten europäischen Nationen im modernen Sinn begründet. Auch dies wäre ohne die Wirtschaftskraft und die Bedeutung seiner Grafschaft mit ihrem überragenden Hafen und Handelsplatz nicht denkbar gewesen. Dies alles fand in einer Zeit statt, als durch die Zisterzienser, die allein im 12. Jahrhundert in Portugal mehr als hundert Klöster gründeten, die gesamt wirtschaftliche Dynamik der kirchlichen Orden in ihrer ersten großen Blüte stand und die Weinkultur an der Spitze aller profitablen und mit Gewinn exportierbaren Landeskulturen getreten war. Seit 1096 herrschte die Burgunder-Dynastie in Portucale, von 1139 bis 1385 stellten sie die Könige, ein Geschlecht, das die nobelsten Weine seiner Zeit kannte.

Am deutlichsten zeigt sich das Wissen des Burgunder-Geschlechts über Portugals Landesschätze bei König Dinis (1279-1325), dem es unter anderem auch gelang, in Portugal eine Nationalsprache durchzusetzen, das bis heute fast unveränderte Portugiesisch, entstanden aus dem ehemaligen lateinischen Dialekt von Port.

Dinis hatte den Beinamen "rei lavrador" (König der Bauern). Er förderte Landesausbau und Landwirtschaft so stark, dass mit den Erlösen aus landwirtschaftlichen Produkten wie Wein und Olivenöl eine beispiellosen Handelsflotte aufgebaut werden konnte, nach heutigen Begriffen ein professionelles Management. Mit der Gründung der Universität von Lissabon 1290, die er wenig später in das näher bei Porto gelegene und im Glauben festere Coimbra verlegte, sowie der Gründung des Christusordens 1318, indem er quasi die Templer-Ressourcen einkauft, legte er die Grundlagen für den Aufstieg Portugals zur Weltmacht, zur großen Entdeckernation. Handel, Export und Import waren Portugals große Leistung, mit der es seinen Einfluss, seinen Reichtum sicherte. Nur mit dieser Vorgeschichte wird klar, warum der Portwein der am weitesten verbreitet Exportwein der Welt geworden ist und Export noch heute das Kennzeichen von Porto in jeder Beziehung ist.
Heute floriert das Portweingeschäft wie nie zuvor, blüht insbesondere das Douro-Gebiet auf wie in einem Goldrausch, sind aus 24 000 Hektar Anbaufläche noch vor 20 Jahren bei 36 000 Weinbauern 41 000 Hektar bei fast 40 000 Winzern geworden. Grundlage für diese Renaissance, die im Gegensatz zu der Entwicklung der meisten europäischen Regionen steht, ist jedoch nicht nur der erfolgreiche Absatz, sondern auch die planmäßige disziplinierte Politik des "Instituto do Vinho do Porto", die jährlich die Interessen des mächtigen Exportverbands und der ebenso mächtigen Winzerorganisation "Casa do Douro" aufeinander abstimmt, indem es die Portweinproduktion genau festlegt, die auf jeder einzelnen Weinbergparzelle geerntet werden darf, immer abhängig vom letztjährigen Absatz.

Der Mustercharakter der Region basiert auf der Infrastruktur der ersten und wahrscheinlich am genausten erfassten und klassifizierten Region der Welt. Die Entstehung der "Companhia Goral da Agricultur das Vinhas do Alto Douro" ( Allgemeine Gesellschaft des Weinanbaus am oberen Douro) im Jahre 1756, vorangetrieben vom absolutistischen, später Marquis de Pombal genannten Premierminister, kann noch heute in ihrer Konsequenz als Beispiel dafür angesehen werden, wie man Ruf, Markt und Export einer Region schützt. Das Unternehmen, "Demarkierung der Gebirge" genannt, wurde wohl von einem Dominikanermönch namens Dr. Frei Joao de Mansilha vorangetrieben. In der ersten Satzung stand bereits, dass der "Anbau des Weines durch den Ruf dieses Weines unterstützt werde, auf dass der Handel davon profitiere, die Landwirtschaft belohnt werde, und dies alles dergestalt klug abgewägt, dass der Verbrauch nicht durch Teuerung unmöglich und der Anbau nicht durch Herabsetzung der Preise aufgegeben werde."

KARRIERE EINER REGION

Anders als in der Toskana, wo schon einige Jahrzehnte früher die ersten Gebietsabgrenzung stattgefunden hatte, würde die Douro-Region gleich umfassend katastriert und in verschiedene Preisklassen eingeteilt. Mit einem Schlag wurde jeder Import von Wein in die Region verboten, der Preisverfall der Weine durch Vermischung gestoppt. Die typische Niedergangsgeschichte zahlloser Weinregionen, die nach einer Erfolgsphase durch unendliche Vermehrung ihrer Weine, sei es durch Flächenerweiterung, sei es durch Verschnitte oder Panschen, aus Profitgier in den Bankrott steuerten, wurde umgekehrt. In zwanzig Jahren wurde durch das autoritäre Regime Pombals nicht nur der moderne Gebietsschutz einer Weinregion, die wegen ihrer ungünstigen Anbaubedingungen und Abgelegenheit preislich nie hätte konkurrieren können, in Kraft gesetzt, sondern auch die Preise verdreifachten sich. Neue Portweinhäuser wurden gegründet, die Region gedieh wieder, diesmal mit geregelter Menge.

Die Nachfrage war so stark, dass es schrittweise kleine Erweitungen gab, aber ohne negative Folgen. Erst nach zunehmenden Liberalisierungen wurde der Markt wieder instabiler und krisenhafter. Der endgültige Schritt zur Stabilisierung des Marktes und Sicherung der Region, die so viel zur portugiesischen Wirtschaftskraft und Geschichte beigetragen hat, erfolgt dann währen der Zeit der Diktatur Salazars…

…aus den Weinbergen des unteren Corgo kommen sensationelle Rotweine, die inzwischen mehr und mehr Nachahmer gefunden haben. Dagegen weist das Douro Superior Temperaturen von oft über 45° C und Niederschläge nur bis 300 mm auf, sodass hier inzwischen Testprojekte zur Wurzelbewässerung laufen. Barca Velha und einige der anderen neuen Spitzenrotweine von Ferreira und Ramos Pinto schöpfen aus diesem Reservoir der reifsten Trauben und Tannine, die vorstellbar sind, arbeiten allerdings meist mit einer Cuveé aus Trauben, die aus Höhenlagen von 500 bis 600 Metern Säure und Frische mitbringen. Im Herzen des Douro liegt das Ober-Corgo-Gebiet, nicht ganz so trocken und heiß wie der Douro Superior, das verantwortlich ist für das Gros der besseren Ports. Hier findet man auch die größte Ansammlung nobler Portwein-Quintas…

(entnommen aus dem vorzüglichen und umfangreichen Werk "Wein" vom André Dominé aus dem Jahre 2000, in Teilen zitiert)

Portweine aus Portugal im edelrausch-online-weinshop:

Finest Reserve Port, Portugal, Quinta de la Rosa, Wein Portugal
Purpur, mit satter Backpflaumennote, seidiger Struktur und nachklingendem Weichselkirschenaroma ist dieser Port ein vielseitiger Partner in Sachen Gaumenfreude: zu Blauschimmelkäse, Desserts mit Obst und Schokolade, zu Schokoladentrüffeln und/oder natürlich zur Zigarre.

Dow´s Fine Tawny Port, Portugal, Silva & Cosens, Wein Portugal
Ein Tawny lagert mindestens drei Jahre im Holzfass, bis er schließlich seine jugendliche Röte umgewandelt hat in die bernsteinfarbene, Tawny genannte Färbung…

White Port - Dry Aperitif, Portugal, Quinta de la Rosa, Wein Portugal
Ein heller, schlanker und sehr feiner Aperitif mit einer eleganten Nuss-Nase sowie mit getrockneten Pflaumen, Aprikosen und ein wenig Ananas. Ein dezente Süße ist zu verspüren, die aber gut eingepasst, geradezu erfrischend wirkt.

Finest Reserve Port, Portugal, Quinta de la Rosa, Wein Portugal
Purpur, mit satter Backpflaumennote, seidiger Struktur und nachklingendem Weichselkirschenaroma ist dieser Port ein vielseitiger Partner in Sachen Gaumenfreude: zu Blauschimmelkäse, Desserts mit Obst und Schokolade, zu Schokoladentrüffeln und/oder natürlich zur Zigarre.

Finest Reserve Port, Portugal, halbe Flasche, Quinta de la Rosa, Wein Portugal
Purpur, mit satter Backpflaumennote, seidiger Struktur und nachklingendem Weichselkirschenaroma...