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Penedès - Die Moderne

Das Penedès gilt als Wiege des modernen spanischen Weinbaus. Dabei hatte man das Gebiet nach der Reblausplage zum Lieferanten von Massenwein umfunktioniert, um die steigende Nachfrage billiger Fassware für das Ausland befriedigen zu können. Obwohl das Penedès in früheren Jahrhunderten für seine robusten Rotweinen bekannt gewesen war, etablierte sich mit der zunehmend wachsenden Cava-Industrie die Übermacht der weißen Sorten im Gebiet endgültig. Heute sind die 27 000 Hektar Rebfläche des Gebietes zu zwei Dritteln mit weißen Trauben bestockt, die meist der Cava-Herstellung dienen. Wurden früher Sektgrundweine für den gesamten europäischen Markt produziert, so verwendet inzwischen die prosperierende Cava-Industrie die eigene Traubenproduktion fast vollständig.

Das mediterrane Klima erlaubt in den meisten Jahren eine beneidenswerte Reife der Trauben, und entsprechend weich und saftig sind die Tintos und aromatisch die Weißen. Insgesamt sind 15 Sorten zugelassen. Neben den traditionellen Cava-Trauben Xarel-lo, Parallada und Macabeo und einheimische roten Sorten wie Ull de Llebre (Tempranillo), Garnacha, Monastrell, Carinena und Samsó werden die Bordelaiser Sorten, aber auch Pinot Noir, Sauvignon Blanc, ja sogar Riesling angebaut. Für fast jede Rebsorte bietet das Penedès geeignete Bedingungen, da sich die Weinberge vom Mittelmeer bis auf eine Höhe von 800 Metern erstrecken.

Die D.O. teilt sich in drei inoffizielle, aber topografisch gesehen logische Unterzonen ein: Das untere Penedès, das sich etwa von Sitges bis El Vendrell an der Küste entlangzieht, das zentrale, von einem maritimen Gebirgszug gegen das Meer abgeschirmte Penedès sowie das Hochpenedès, welches östlich wiederum von einer Gebirgskette, der Sierra Litoral begrenzt wird.

Der Durchbruch für die Stillweine kam erst in den 1960er und 1970er Jahren. Einige unternehmungsfreudige Weinmacher, allen voran Miguel A. Torres, hatten damit begonnen, ausländische Sorten, aber auch spanische Qualitätstrauben wie Tempranillo (Ull de Llebre) zu pflanzen. Moderne Keller mit Stahltanks und neuen Barriques schossen in wenigen Jahren aus dem Boden. Temperaturgesteuerte Gärung war in der Cava-Herstellung zum Standard geworden. Sie Stillweine profitierten von dieser Erfahrung. Dass jahrelang nur gutes Mittelmaß die Bodegas verließ, fiel den wenigsten Önologen auf. Man war nur an perfekter Technik interessiert, vergaß aber über so viel Makellosigkeit die Seele des Weines und den Charakter des Gebiets. Doch ohne sorgfältige Ertragsreduzierung und gezielte Konzentration auf bestimmte Pagos (Lagen) geraten die Weine zwar reif und rund, aber sie drohen zu glatt und nichts sagend zu werden, was nicht zuletzt viele Cabernets, die am häufigsten angebaute fremde rote Sorte, unterstreichen. Inzwischen gibt eine wachsende Zahl kleinerer Erzeuger dem Penedès ein neues Gesicht. Sie haben erkannt, dass Menge nicht gleich Qualität ist und dass das Terroir, sprich Pagos, ihren Weinen Identität verleiht.

(entnommen aus dem vorzüglichen und umfangreichen Werk "Wein" vom André Dominé aus dem Jahre 2000, in Teilen zitiert)

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