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wein constantia coastel

wein constantia coastel

Zu Füssen des berühmten Tafelbergs führt die Straße vorbei, auf der man nach Constantia gelangt. Wie früher alle Honoratioren, die das Kap beehrten, pilgern heute in- und ausländische Touristen auf die gen Süden in den Atlantik hineinragende Halbinsel, um das Gut Groot Constantia zu besuchen. Die Wiege des südafrikanischen Weins, die ein schmuckes Herrenhaus im kap-holländischen Stil, eine Kellerei, die Weine für jeden Geldbeutel bereithält, und das Museum im ehemaligen Kellergebäude zu bieten hat, ist die meistfrequentierte Attraktion Kapstadts. Heute ist der ehemalige Besitz des ersten Gouverneurs zum begehrten Villenvorort geworden, wo sich Immobilienagenten und Weinerzeuger um jeden Quadratmeter streiten. In fünf Weingüter unterteilt, erlebt das  renommierteste Anbaugebiet Südafrikas derzeit eine bemerkenswerte Renaissance.
Seine Vorzüge hat es zunächst dem Atlantik zu verdanken. Nach Südosten ist es der False Bay zugewandt, auf die man von seinen Weinparzellen hinabschaut. Doch im Westen, hinter den roten Bergen, erstreckt sich der Atlantik ebenfalls. Von dort ziehen feucht Brisen über die Weinberge und senken die Temperatur während der Reifeperiode erheblich. Der Durchschnitt liegt im südafrikanischen Sommer bei nur 19° C. Im Winter regnet es dagegen reichlich. Mehr als 1 000 mm Jahresniederschlag machen Bewässerung überflüssig, zumal die roten lehmigen Böden die Feuchtigkeit bestens halten. Je nach Lage dominiert in den fruchtbaren Böden verwitterter Granit oder zersetzter Sandstein des Tafelbergs. Seit einige der tiefer liegenden Flächen eleganten Wohnsiedlungen weichen mussten, klettern neue Rebanlagen die Hänge hinauf, was der Weinqualität zugute kommen dürfte.
Gouverneur Simon van der Stel gelang es, den süßen Wein Constantias bekannt zu machen. Sein Sohn Wilhelm Adriaen, der sowohl als Gouverneur wie als Gutsbesitzer die Nachfolge des Vaters antrat, ging mit der Macht zu selbstherrlich und eigennützig um, sodass er bei der Ostindischen Kompanie in Ungnade fiel und aus Südafrika verbannt wurde. Constantia wurde in Buitenverwachting, Groot und Klein Constantia aufgeteilt und verkauft. In den folgenden sieben Jahrzehnten wechselten die Güter wiederholt die Besitzer, was sich negativ auf den Wein auswirkte. 1778 erwarb sie schließlich mit Hendrik Cloete, Nachfahre deutscher Einwanderer, ein erfahrener Weinbauer. In Stellenbosch und auf seinen Besitzungen Weltevrede und Zandvliet in  Robertson zog er bereits erfolgreich Reben. Als Erstes ließ er die Weinberge instand setzen, dann widmete er sich dem Weinmachen. Er brachte die kleinbeerigen Trauben des Muscat de Frontignan mit Überreife ein, sodass ihr natürlicher Zuckergehalt bei 300 bis 350 Gramm pro Kilogramm und darüber gelegen haben dürfte. So vergor der Wein, bis er rund 13 % vol Alkohol erreichte und immer noch oft 150 Gramm Restzucker pro Liter verblieben. Unter Cloetes Hand erreichten Groot Constantia und sein Muskatwein, der nun neben dem Tokajer zum begehrten Labsal an den Königs- und Kaiserhöfen Europas und zum ersten Kultwein der Neuen Welt aufstieg, den Höhepunkt ihrer Berühmtheit.
Davon profitierten in erster Linie die Holländischen Ostindische Kompanie und die Kolonialregierung, denn beiden mussten jeweils ein Drittel des Weins zu Minimalpreisen überlassen werden, sodass nur ein Drittel in den freien Handel gelangte. Als die Briten 1795 die Herrschaft übernahmen, erhoffte sich Hendrik Cloete junior, der das Gut inzwischen leitete, die Befreiung von diesen einengenden Auflagen. Er sollte sich täuschen, denn den neuen Herren kamen die alten Abmachungen durchaus gelegen. Trotzdem verstand es Cloete junior, Gut und Wein auf höchstem Niveau zu halten. Cloete Juniors Sohn  Jacob Pieter konnte sich nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1818 kaum mehr als ein Jahrzehnt seines Erbes erfreuen. Dann brachen für den südafrikanischen Weinbau harte Zeiten an. In Europa wurde die Kontinentalsperre aufgehoben, und das Interesse der Briten, die nun wieder Zugfang zu ihren geliebten Bordeaux-Weinen hatten, kühlte entscheiden ab. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Wie ihre europäischen Kollegen erführen auch die Winzer am Kap die katastrophalen Folgen der Rebplagen. Zuerst  befiel Echter Mehltau die Stöcke und dezimierte die Ernten. Cloete starb 1875 als armer Mann. Zehn Jahre später, als die Reblaus Südafrika erreicht, übernahm die Regierung Groot Constantia als Versuchs- und Lehrgut. Als sie gezwungen war, alle Stöcke dort durch resistente amerikanische Unterlagen zu ersetzen, wurden ausschließlich Sorten für trockene Weine gewählt. Damit  hatte ein großes Kapitel der Weingeschickte sein Ende gefunden.
Zu Beginn der 1980er Jahre erwachte Constantia allmählich aus seinem Dornröschenschlaf. Damals wurden nicht nur Klein Constantia, sondern auch Buitenverwachting von Besitzern übernommen, die das große Potential ihrer Lagen zu würdigen wussten. So begann man damit, die Weinberge zu erneuern und zu erweitern, und investierte in neue Kellereinrichtungen. Aber auch die stattlichen alten Häuser wurden sorgfältig  renoviert und beispielhafte Siedlungen für die Arbeiter geschaffen. Auf Groot Constantia ließ man sich von den Vorbildern privater Nachbargüter zu eigenem Fortschritt anregen. Heute steht das unabhängige Gut unter der Leitung eines Trusts. 

Unter den weißen Sorten stehen Chardonnay und Sauvignon obenan. Gerade letztere findet in dem temperierten Klima zu einem besonders frischen und ausgewogenen Ausdruck. Während anderen Orts diese Sorte leicht zu aromatisch und zu parfümiert gerät, bleibt ihre Intensität in Constantia im Bereich der Eleganz. Die meist durchaus akzentuierte Säure wirkt dennoch nicht aggressiv. In den Aromen überwiegen Fruchtnoten, die oft an Zitrusfrüchte und Stachelbeeren denken lassen, aber in wärmeren  Jahrgängen stärkere exotische Akzente setzen. Winemakers bevorzugen oft einen vegetalen Ausdruck mit sehr grünen, an Gras und Spargel erinnernden Noten. Als besonders kennzeichnend wird ein mineralischer Charakter angesehen. In der Regel praktiziert man eine reduktive Vinifikation bei niedriger Temperatur und unter Vermeidung von Luftkontakt, weshalb die Weine entweder mehrere Monate Flaschenreife oder gute Belüftung brauchen, um ihr Bukett zu entfalten. Beim Chardonnay stößt man neben im Tank vergorenen unwooded Version auf in Barriques vinifizierte Wein, und auch beim Sémillon, der in letzter Zeit das gesteigerte Interesse der Winzer auf sich zieht, setzt man häufig Holz ein. Daneben gedeihen frische Rieslinge in Constantia sowie etwas Pinot Gris und natürlich auch Steen, der fast allgegenwärtige Chenin Blanc. Die weißen Sorten, für die sich die höheren und nach Süden ausgerichteten Parzellen vorrangig eignen, dominieren mit deutlichem Abstand.

(entnommen aus dem vorzüglichen und umfangreichen Werk „Wein" vom André Dominé aus dem Jahre 2000, in Teilen zitiert)

Weine aus Südafrika im edelrausch-online-weinshop:

Buiten Blanc, Constantia/Coastel Region, Buitenverwachting, Wein Südafrika
Dieses Cuvée aus Sauvignon Blanc und kleinen Anteilen von Riesling und Chenin Blanc besticht durch elegante Noten von Stachelbeeren, Sternfrucht und Paprika. Der Riesling gibt ihm einen rassigen Charakter mit lebendiger Säure, und das salzig-erdige Terroir sorgt für einen delikaten Abgang…  

Sauvignon Blanc, Constantia/Coastel Region, Buitenverwachting, Wein Südafrika
Bereits seit einigen Jahren steht Buitenverwachting an der Spitze der Sauvignon-Blanc-Erzeuger vom Kap. Der Wein präsentiert sich mineralisch, saftig, fruchtig mit einem fein-würzigen Nachhall und zählt zu den besten Sauvignon Blancs Südafrikas.  

Cabernet Sauvignon - Merlot, Constantia/Coastel Region, Rupert & Rothschild, Wein Südafrika
Mit Schalk-Willem Joubert verfügt Rupert & Rothschild über einen sehr talentierten Weinmacher, der überdies regelmäßig von Star-Önologe Michel Rolland aus Bordeaux Unterstützung bekommt. Kein Wunder, dass die Cuvée aus 60% Cabernet Sauvignon und 40% Merlot im Bordeaux-Stil daherkommt...

„Christine", Constantia/Coastel Region, Buitenverwachting, Wein Südafrika
Ein Bordeaux-Stil Cuvée von Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, das 24 Monate in neuen französischen Barriques reift. Wir finden herrliche Brombeer- und Vanillearomen und eine perfekte Harmonie zwischen Kraft und Finesse. Die samtige Fruchtdichte und die feinwürzige Tanninstruktur lassen Christine zu einem der begehrtesten Rotweinen Südafrikas werden.