Rippa
Manche Spezialitäten brauchen kein großes Sortiment, um eine ganze Region zu erzählen. Pasticceria Rippa konzentriert sich seit 1958 auf zwei Klassiker der norditalienischen Konditoreikunst: Baci di Dama und Amaretti Morbidi. Gegründet wurde die Pasticceria von den Brüdern Sergio und Marco Rippa in Sale in der Provinz Alessandria – mitten in jener Gegend des südöstlichen Piemont, in der die berühmten „Damenküsse“ seit Generationen zur kulinarischen Tradition gehören. Sergio Rippa hatte das Konditorenhandwerk bereits als Jugendlicher im nahen Tortona kennengelernt. Was daraus entstand, ist bis heute von bemerkenswerter Konsequenz geprägt: keine ausufernde Gebäckkollektion, sondern die Konzentration auf wenige Spezialitäten und ihre immer wieder verfeinerte Herstellung.
Im Mittelpunkt stehen die Baci di Dama – zwei kleine, mürbe Gebäckhälften, die durch eine Schicht Schokolade zu ihrem charakteristischen „Kuss“ zusammenfinden. Das traditionsreiche Gebäck gehört seit mehr als einem Jahrhundert zur kulinarischen Identität des Tortoneser Landes. Rippa bietet den Klassiker in verschiedenen Spielarten an und stellt ihm mit den Amaretti Morbidi eine zweite Spezialität zur Seite: aromatische Mandelgebäcke, deren weicher, saftiger Kern einen reizvollen Gegenentwurf zu knusprigen Amaretti bildet. Unterschiedliche Geschmacksrichtungen erweitern beide Familien, ohne den ungewöhnlich klaren Fokus des Sortiments aufzugeben.
Auch nach mehr als sechs Jahrzehnten prägen traditionelle Rezepturen und sorgfältige Verarbeitung die Pasticceria Rippa. Zutaten und Backzeiten der klassischen Gebäcke orientieren sich weiterhin an den Rezepturen aus den Anfangsjahren; behutsam mechanisierte Arbeitsschritte unterstützen heute die Herstellung, ohne den charakteristischen Gebäckstil zu verändern. Ebenso wichtig ist die Auswahl der Rohstoffe, denn gerade bei so reduzierten Rezepturen entscheiden Mandel oder Haselnuss, Butter und Schokolade unmittelbar über Duft, Mürbigkeit und Geschmack.
Zum Genuss gehört bei Rippa schließlich auch die Präsentation. Die kleinen Gebäcke werden einzeln geschützt und in elegant gestalteten Schachteln angeboten – wie geschaffen als feine Begleitung zu Espresso oder Tee, als Mitbringsel oder als kleines italienisches Geschenk. Gerade diese Verbindung aus regionaler Tradition, ausgesprochener Spezialisierung und gepflegter Aufmachung macht den Reiz von Rippa aus: piemontesische Pasticceria-Kultur im Kleinformat, zurückhaltend elegant und mit einem wunderbar einfachen Versprechen – wenige Dinge zu machen und diese dafür besonders gut.