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Österreich

Österreichs Anbaugebiete, die sich, sieht man einmal von den wenigen Hektar Weinbergfläche im Vorarlberg ab, in Form eines Halbmonds um die östliche Landeshälfte und die Hauptstadt Wien legen, bilden den Übergang  von den nördlichen, kühleren zu den südlichen und warmen Klimazonen Europas, die sich in den beiden Hauptanbaugebieten Niederösterreich und Burgenland - vor allem durch das Aufeinandertreffen des kontinentalen Waldviertler und des heißen pannonischen Klimas - manifestieren. Die großen Wasserflächen der Donau und des Neusiedler Sees fungieren darüber hinaus wie ein Puffer zwischen den Extremen der jeweiligen Klimata. Sie wirken bei kühlem Wetter als Wärmespender, bei sommerlicher Hitze mildern sie dagegen die Temperatur. Unter diesen Bedingungen gelingen vor allem Sorten, die aus der Wärme Kraft schöpfen und denen die nächtliche Kühle im Spätsommer und Herbst das notwenige aromatischen Potential mitgeben kann.
Die kühlsten Weinbaugebiete des Landes sind diejenigen, die am weitesten vom Einfluss des großen pannonischen Raums und der ungarischen Tiefebene entfernt sind. Das gilt vor allem für Wachau, Krems- und Kamptal sowie für das nordwestliche Weinviertel in Niederösterreich und die südlichen und westlichen Teile der Steiermark. Nicht zufällig entstehen hier auch die feinsten und fruchtigsten Weißweine, der Grünen Veltliner dominiert vor allem in Niederösterreich, und der Riesling-  obwohl nur auf einer prozentual unbedeutenden Rebflächen kultiviert - bringt hier einige seiner besten Gewächse weltweit hervor. In der Steiermark fallen die Weißweine noch ein wenig filigraner, allerdings oft auch schlanker aus, und hier bringt neben den internationalen Sorten Chardonnay und Sauvignon Blanc erstaunlicherweise auch der oftmals eher blass und neutral erscheinende Welschriesling feinfruchtige Weine mit gutem Charakter hervor.

BRÜCKE ZWISCHEN NORD UND SÜD

Anders ist die Situation in den östlichen Teilen Niederösterreichs und im Burgenland, insbesondere im Umkreis des Neusiedler Sees. Hier herrschen bei den weißen Sorten diejenige vor, die viel Wärme vertragen und die sich für die Produktion üppiger, oft edelsüßer Weißweine eignen. Auch die Rotweinsorten wie Blaufränkisch, Zweigelt, St. Laurent, Pinot Noir, sogar Cabernet Sauvignon, die mehr Wärme und Sonne brauchen, um zur Reife zu gelangen, haben hier ein ideales Terroir gefunden, wobei mit Ausnahme vielleicht des Blaufränkischen in den letzten Jahren vor allem Verschnitte aus zwei oder drei dieser Sorten von sich reden machten.
Eine gesunde Mischung zwischen den beiden kühleren Gegenden und dem heißen Pannonien bilden Wien und die sich im Süden anschließende Thermenregion. In Wien werden zwar traditionell vor allem Weißweinsorten kultiviert, aber einige  der jüngeren Winzer haben in letzen Jahren auch mit herrlichen Rotweinen überzeugt. Bei der Thermenregion ist die Zweiteilung von Rot- zu Weißweinen sogar geografisch eindeutig festzumachen mit der Grenzlinie zwischen den Hängen des Wienerwald und der Ebene Richtung Neusiedler See, wo die Bedingungen denen der östlichsten Anbaugebiete schon sehr weitgehend ähneln. Schließlich muss auch Vorarlberg, das westlichste Bundesland, erwähnt werden, wo kleinere Mengen feiner Weißweine gekeltert werden, die allerdings keinerlei wirkliche kommerzielle Bedeutung erlangen konnten.

Die bekanntesten Weinlandschaften von Österreich liegen an den Ufern der Donau, weniger als hundert Kilometer flussaufwärts der Metropole Wien. Krems, die alte Weinstadt, ist Zentrum einer Ansammlung von Weinbaugebieten, die in ihrem heutigen Zuschnitt größtenteils erst in den letzten zwei Jahrzehnten festgelegt wurden. Die Wachau ist  ohne Zweifel das renommierteste dieser Gebiete. Schon in der Mitte des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung wurde hier Weinbau betreiben. Die sanfte Windung der Donau zwischen Melk und Mautern, an deren Nordufern sich Weinbauterrassen die Hänge hinaufziehen, können mit den schönsten Weinlandschaften Europas konkurrieren und schlagen nicht zuletzt deshalb Jahr für Jahr Hunderttausende Besucher in ihren Bann.
Die  Klimatische Sonderstellung des Donau-Tals geht aus seiner besonderen Lage an der Schnittstelle zwischen dem pannonischen und dem noch atlantisch geprägten Waldviertler Klima hervor und sorgt für den ständigen Austausch von warmen und kühlen Luftmassen, was den Trauben die Wärme zum Reifen und die nächtliche Kühle zur Ausbildung ihrer Aromen gibt. Hinsichtlich ihrer Bodenbeschaffenheit sind die Weinberge der Wachau - berühmt sind Loibenberg, der Dürnsteiner Kellerberg, Achleiten und Klaus oder auch der Spitzer Singerriedel - geprägt von Urgesteinsformationen aus einsenhaltigem Gneis, Granit oder Schiefer, wobei in den niedrigeren  Lagen auch Löß, Sand und Schwemmlandschotter die Oberhand gewinnen können.

(entnommen aus dem vorzüglichen und umfangreichen Werk „Wein" vom André Dominé aus dem Jahre 2000, in Teilen zitiert)

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