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La Mancha - Die Dominante

Das Zentralgebiet, wie Kastilien - La Mancha (oder Neukastilien), die größte zusammenhängende Weinbauregion der Welt, von Weineinkäufern auch genannt wird, war einer der großen Diskussionspunkte der Europakommissare beim Eintritt Spaniens 1986 in die damaligen Europäische Gemeinschaft. Schließlich kam man überein, einen gewissen Teil der Rebfläche gegen Entschädigungsprämien stillzulegen. Noch heute, nachdem fast ein Drittel der Reben entfernt worden sind, fährt die Region mit ihren fünf D.O.-Gebieten La Mancha, Méntrida, Mondéjar, Valdepenas und Almansa und einer beeindruckenden Tafelweinfläche die Hälfte der spanischen Gesamternte ein, was je nach Jahr einer Menge von 15 bis 20 Millionen Hektolitern entspricht.

Die eigentliche Problematik der Mancha, wie die gesamte Region lakonisch bezeichnet wird (nicht zu verwechseln mit der nur einen Teil abdeckenden D.O. La Mancha), liegt in der Dominanz einer einzigen Traube, der weißen Airén, der damit meistangebauten Rebsorte der Welt. Die war aufgrund ihrer Resistenz gegen die extremen Witterungsverhältnisse als Rettung nach der Verwüstung durch die Reblaus massiv gesetzt worden, erbringt aber nur Weißweine durchschnittlicher Qualität. Viele der sorgfältig arbeitenden Kellereien vermarkten einen Teil ihres Volumens als Sektgrundweine. Dennoch gibt es in den D.O.-Gebieten La Mancha sowie Valdepenas und auch vereinzelt in den anderen Appellationen zahlreiche gute bis sehr gute Erzeuger. Eine Handvoll ambitionierter Weinmacher hat sich der Herausforderung gestellt, teils mit einheimischen teils mit französischen Sorten abseits der als Qualitätsweingebiet eingestuften Flächen Spitzenweine mit eigenem Charakter zu kreieren.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, handelt es sich bei den bemerkenswerten Weinen der Region nicht um Weißweine, sondern um Weine aus roten Trauben, die nur ein Fünftel der über 450 000 Hektar Rebfläche bedecken. In der D.O. La Mancha, die das Herz von Neukastilien ausmacht, führt der Cencibel oder Tempranillo bei den roten Sorten. Die roten Barrique-Weine zeigen sich meist weich, sprichwörtlich von der Sonne verwöhnt, duftig und oftmals mit einem leicht erdigen  Ton. Darüber hinaus werden auch moderne, fruchtbetonte Weine mit kräftiger Holznote ausgebaut, inzwischen auch häufiger unter der Verwendung von Cabernet Sauvignon. In Mondéjar und Méntrida sind die guten Rotweine noch recht dünn gesät. Méntrida beispielsweise wird zu 80 Prozent von der roten Garnacha beherrscht, die nur in alten Pflanzungen und bei niedrig gehaltenem Ertrag wirklich profunde und haltbare Rotweine erbringt. Almansa produziert vorwiegend Deckweine aus einer Traube der Garnacha-Familie mit dem Namen Garnacha Tintorera, die zu den ganz wenigen Sorten auf der Welt gehört, die rotes Fruchtfleisch besitzen. Mondéjar ist ebenfalls für Rotweine mit tiefer Farbe. Den Hauptanteil der 4 000 Hektar Reben bedeckt jedoch die weiße Sorte Malvar.

(entnommen aus dem vorzüglichen und umfangreichen Werk „Wein" vom André Dominé aus dem Jahre 2000, in Teilen zitiert)

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