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Apulien - Die Ertragreiche

Apulien wird gern als der Weinkeller Italiens bezeichnet. Tatsächlich besitzt es mit mehr als 100 000 Hektar fast ein Achtel der gesamten Rebfläche Italiens und liegt mit neun Millionen Hektolitern pro Jahr gemeinsam mit Sizilien an der Spitze der italienschen Regionen. Betrachtet man den apulischen Weinbau näher, drängt sich jedoch rasch das Bild einer gigantischen Weinfabrik auf statt eines wohl sortierten Weinkellers. Hier liegen die Erträge so hoch wie nirgends sonst in Italien. Da überrascht es nicht, dass nur zwei Prozent der Weine DOC-Status besitzen ... Die Prämienvergabe europäischer Behörden für Weinbergrodungen hat die Situation noch verschärft, denn statt produktive industrielle Flächen anzugreifen, rotteten Apuliens Weinbauern den alten, qualitativ hochwertigen Rebbestand in schwierig zu bearbeitenden Hanglagen aus. Dabei sind hier die Voraussetzungen für Qualitätsweinbau nahezu ideal, hinsichtlich des Klimas ebenso wie in Bezug auf die interessanten einheimischen Rebsorten. Schon den Römern galt die Region als Lieferant exzellenter  landwirtschaftlicher Produkte und Weine. Anders als die vom Apennin und seinen kargen, steinigen Böden geprägten Nachbarregionen verfügt Apulien über weite, fruchtbare Küstenebenen und leicht zu bearbeitende Hügelketten im Landesinnern.

EINHEIMISCHE APULIER

Die besseren Weine stammen auch in Apulien aus kargen Lagen mit durchlässigen Böden .. Von den autochthonen Rebsorten der Region bringen nur wenige große Weine hervor. Die weitest verbreitete Sorte ist der Negroamaro, der in den DOC-Weinen Alezio, Brindisi, Leverano und Salice Salentino enthalten ist. Die Weine dieser Sorte sind meist sehr dunkel und tanninhaltig - negro amaro bedeutet schwarzbitter - und zeigen einen kräftigen, gelegentlich auch rauen, rustikalen Geschmack.

Auf Tausenden Hektar wird Primitivo kultiviert, eine Rebsorte, die einen körperreichen Rotwein ergibt, in Apulien aber selten Bestform erreicht. Bekannter und hochwertiger als hier ist diese Sorte unter dem Namen Zinfandel in Kalifornien, wo man daraus Weine mit großer Fruchtfülle und gelegentlich auch hoher Eleganz und Alterungsfähigkeit keltert. Man nahm irrtümlich an, der Zinfandel sei ein Abkömmling des apulischen Primitivo, aber inzwischen ist nachgewiesen, dass die Sorte in Italien erst auftauchte, als sie im Nordosten der USA und dann auch in Kalifornien bereits fest etabliert war.

Die Weine mit den größten Zukunftsaussichten kommen allerdings aus dem äußersten Süden ... Dass viele dieser Appellationen wie die des Copertino, Brindisi, Salice Salentino, San Severo oder Alezio sowohl für Rot- wie auch für Weißweine verwendet werden und gelegentlich noch eine Vielzahl anderer Weintypen umfassen, hat in der Vergangenheit Winzer wie Verbraucher verunsichert. Einige der renommiertesten Weinhäuser Italiens, darunter die Marchesi  Antinori aus Florenz oder die Brüder Pasqua in Verona, haben begonnen, in Apulien zu investieren, und bestätigen damit das Qualitätspotential der Region.

(entnommen aus dem vorzüglichen und umfangreichen Werk „Wein" von André Dominé aus dem Jahr 2000, in Teilen zitiert)

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